Senioren Union Kreis Paderborn
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SU Büren 775 Jahre Westfalen

Ausstellung „775 Westfalen“ im LWL-Museum in der Kaiserpfalz in Paderborn

2. Stammtisches vom 10.02.2026 beim Besuch der Ausstellung „775 Westfalen“ im LWL-Museum in der Kaiserpfalz in Paderborn. Die 18 Teilnehmer der Fahrt mit Privat-Pkws zum LWL-Museum in der Kaiserpfalz in Paderborn trafen sich größtenteils an der Alten Post in Büren um 13:00 Uhr und fuhren gemeinsam mit Privat-Pkws nach Paderborn zur Kaiserpfalz. Die übrigen Teilnehmer sind direkt von ihrem Wohnort zur Kaiserpfalz nach Paderborn gefahren, wo für alle Teilnehmer pünktlich um 14:00 Uhr die Führung im Eingangsbereich begann. Nach kurzer Begrüßung durch Frau Kassau ging dann die sehr interessante und informative Führung durch die Ausstellung „775 Westfalen“ los, also 1250 Jahre durch die faszinierende Welt Westfalens.

Kurz zusammengefasst lässt sich festhalten: Westfalen hat eine bewegte Geschichte, die von sächsischen Stämmen über stolze Fürstbischöfe bis hin zur industriellen Herzkammer Deutschlands reicht. Ursprünglich war Westfalen das wesentliche Siedlungsgebiet der Sachsen (daher der Name: „West-Falahi“). Legendär ist der Widerstand unter Herzog Widukind gegen Karl den Großen. Mit der Zwangschristianisierung durch die Franken wurde Westfalen fest in das Heilige Römische Reich eingegliedert. Westfalen war kein geschlossenes Land, sondern eine Zusammensetzung aus geistlichen und weltlichen Territorien:

- Die Fürstbistümer: Münster, Paderborn und Minden waren mächtige Akteure.

- Die Hanse: Städte wie Münster, Soest und Dortmund blühten durch den Fernhandel auf.

- Das Herzogtum Westfalen: Ein Sonderfall, da es faktisch zum Erzbistum Köln gehörte (das Sauerland).

Westfalens Sternstunde auf der Weltbühne war der Westfälische Friedensschluss in Münster und Osnabrück im Jahre 1648, die Beendigung des Dreißigjährigen Krieges. Dieser Friedensschluss legte den Grundstein für das moderne Völkerrecht und die europäische Staatenordnung.

Nach dem Wiener Kongress (1815) wurde Westfalen eine preußische Provinz. Im 19. Jahrhundert verwandelte sich das Ruhrgebiet (das damals teilweise zu Westfalen gehörte) in das industrielle Zentrum Europas. Kohle und Stahl prägten die Landschaft und die Kultur. Westfalen galt oft als eigenwillig und katholisch-konservativ gegenüber dem eher protestantischen Berliner Zentrum.

Nach dem Zweiten Weltkrieg (1945) verfügte die britische Besatzungsmacht die Vereinigung der Provinz Westfalen mit der Rheinprovinz zum neuen Bundesland Nordrhein-Westfalen (1946). Im Jahre 1947 kam das Land Lippe als dritter Teil hinzu.

Die Landschaft Westfalens ist ein Mix aus dem flachen Münsterland, dem hügeligen Tecklenburger Land und dem waldreichen Sauerland. Den Menschen aus Westfalen sagt man eine gewisse „Sturheit“ nach, die aber meist mit großer Zuverlässigkeit und Bodenständigkeit einhergeht.

Die Führung durch die Ausstellung endete gegen 15:30 Uhr und anschließend trafen sich alle 18 Teilnehmer zum gemeinsamen Kaffeetrinken im Café am Museum. Etwa gegen 17:00 Uhr wurde die Heimfahrt angetreten.

Reinhard  Kleine